Vergangenheit. Zukunft. Jetzt!

Was würdest du ändern, wenn du die Zeit zurückdrehen könntest? Was würdest du sagen, oder lieber nicht aussprechen? Was würdest du wagen, oder lieber ungeschehen machen? Wenn Zeit greifbar wäre, wer wärst du jetzt?

Die berühmte Frage nach unserer Vergangenheit schoss mir heute durch den Kopf. Im ersten Moment fällt mir einiges ein, dass ich wohl mit dem heutigen Wissen anders gemacht hätte, aber dann… Ich wüsste doch all das nicht, wenn meine Vergangenheit eine andere wäre. Ich habe mir für die Zukunft vorgenommen mutiger zu sein, doch was bedeutet es? Ich habe mir in der Vergangenheit oft verkniffen etwas auszusprechen, das mir wichtig war. Ich hatte Angst vor den Konsequenzen. Aktuell erlebe ich, wie befreiend es sich anfühlt, sich von genau dieser Angst zu lösen. Hier und da stoße ich den Leuten vor den Kopf, weil sie eine ehrliche Reaktion nicht gewohnt sind. „Das macht man nicht!“ wäre wohl die allgemeine Antwort. Wer ist dieser man? Und warum hat er so viel Macht über meinen Umgang mit mir selbst? Mein Leben wäre vielleicht ganz anders verlaufen, wenn ich in der Vergangenheit mutiger gewesen wäre. Besser? Wer weiß das schon. Wäre ich der Mensch, der ich jetzt bin, wenn ich dieses oder jenes anders gemacht hätte? Auf keinen Fall.

Jetzt bin ich Ich. Meine Vergangenheit hat mich dazu gemacht, ich kann sie nicht ändern, denn im Grunde existiert sie nicht mehr. Sie ist bloß ein Haufen Erinnerungen. Und die Zukunft? Es mag Menschen geben, die daran glauben, dass unsere Zukunft bereits fixiert ist. Es gibt ganze Filme darüber, dass sich bis auf ein paar Umwege nichts an unserem Schicksal ändert, ganz gleich wie oft wir die Vergangenheit verändern. Ich glaube das nicht. Meine Zukunft existiert genauso nur in meinen Gedanken wie meine Vergangenheit. Sie ist da, besteht aus Wünschen, Träumen, Ängsten und Erinnerungen. Ich forme sie. Jetzt.

Ob ich etwas ändern würde? Nein. Aber ich möchte daraus lernen und meiner Hoffnung, meinem Mut und meinen Träumen mehr Anteil an meiner Zukunft geben als meinen Ängsten. Etwas ungeschehen zu machen sollte nicht unser Anspruch sein. Doch wenn uns eine Entscheidung falsch erscheint, eine Erinnerung nicht loslässt, ein Wunsch auf uns hoffnungslos wirkt, warum ändern wir es nicht für die Zukunft? Jetzt habe ich das Wissen aus meiner Vergangenheit. Ich kann sie nicht ungeschehen machen. Aber ich kann die Konsequenz meiner Entscheidungen ändern. Ich kann heute eine andere Wahl treffen, die Richtung wechseln.
„Es hätte so gut werden können, wenn ich…“
Vielleicht. Andererseits hätte man die verpasste Chance möglicherweise nie zu schätzen gewusst, wenn man es nicht versaut hätte. In Zukunft möchte ich solche Sätze im Keim ersticken, indem ich das nachhole, von dem ich glaube es falsch gemacht zu haben.

Denn Zeit ist nur ein Gefühl und natürlich können wir sie nicht zurückdrehen, aber nichts und vor allem nicht die Vergangenheit sollte uns daran hindern es jetzt besser zu machen.

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