Volltanken, bitte!

Woher nimmst du deine Kraft? Hast du dir mal bewusst gemacht, was du tust, um dich selbst aufzubauen? Was ist deine geheime Superkraft? Was hilft dir, Trauer in Glück zu verwandeln, Stress zu reduzieren, oder die nächste Hürde zu überwinden? In der Regel funktionieren wir einfach, wenn es darauf ankommt, ohne uns großartig Gedanken darüber zu machen, was in diesen Momenten der Treibstoff ist. Wenn wir andere in ihrer Stärke beobachten, wirkt es beeindruckend, fast magisch. „Wie schafft sie das nur?“ schießt es uns durch den Kopf.

Was mich betrifft, fällt mir eine allgemein gültige Antwort schwer. „Einfach so?“ Ich weiß nicht genau, woher diese Energie kommt. Aufgeben ist ja keine Option, also mache ich weiter bis ich zufrieden mit der Situation bin. Niemals stehen bleiben! Nein, Blödsinn. Es gibt unzählige Momente, in denen ich stehen bleibe, weil ich keinen Ausweg sehe – Zeiten, die mich lähmen. Es gab ganze Wochen, in denen ich mich einfach in Selbstmitleid suhlte, mal umgeben von Junk Food, mal so versunken, dass ich das Essen ganz vergessen hatte und mehrere Kilo in kürzester Zeit verlor. Wer glaubt, dass ich außergewöhnlich stark sei, den muss ich enttäuschen. Außergewöhnlich ist daran nichts – außer vielleicht mein Urvertrauen in das Leben.

Menschen, die einem weiß machen wollen, sie seien immer glücklich und gut gelaunt, sind offensichtlich hervorragend darin, ihr Selbst vor uns zu verbergen. So sehr uns Social Media dazu verleitet, immer nur die Sonnenseiten zu präsentieren, versuche ich kein Geheimnis aus dem Menschen zu machen, der ich wirklich bin. Was ist meine Superkraft? Ich bin unperfekt, fehlerhaft und Verletzlichkeit ist meine Waffe. Vor allem den Menschen, die Angriffsflächen suchen, biete ich diese an. Ich liefere sie ihnen auf dem Silbertablett. Was ist die Konsequenz? Es gibt ihnen keine Genugtuung, einen Menschen zu verletzen oder zu demütigen, der seine wunden Stellen offen legt. Nur Sadisten würden Salz in die Wunde streuen und dieser Typ Mensch hat doch schon verloren, ehe er angefangen hat zu kämpfen.

Aber ums Kämpfen soll es heute gar nicht gehen. Ich wurde nach meinen emotionalen Tankstellen gefragt. Erstens: Urvertrauen. Das Leben meint es gut mit mir. Alles was passiert, ganz gleich wie impulsiv ich erst mal reagiere oder wie sehr es mich manchmal erstarren lässt, auf kurz oder lang findet sich eine Lösung, um eine bessere Phase beginnen zu lassen.

Ein Problem ist nur eine Frage auf die es noch keine Antwort gibt!

Diesen Satz habe ich vor einiger Zeit lernen dürfen und ich finde ihn tatsächlich sehr beruhigend. Die Suche nach Antworten ist für meinen Verstand eine kleinere Hürde als ein Problem. Entsprungen aus einer Generation, die jede unbeantwortete Frage mithilfe digitaler Suchmaschinen auflöst, ist es entspannend zu wissen, dass Probleme gleich viel kleiner wirken, wenn wir ihnen einen anderen Namen geben. Das funktioniert übrigens nicht nur mit Problemen. Anstatt dir Sorgen zu machen, kannst du ja mal versuchen, dir Gedanken zu machen. Wenn du die Begriffe tauschst, setzt du das, was dich beschäftigt in einen produktiven Kontext. Wer sich Sorgen macht steht still, wird zum Beobachter. Gedanken lenken den Fokus auf die Antwort, lassen dich steuern.

Und nein, natürlich wende ich diese Tricks selbst nicht immer an. Freunde, dann hätte ich mir unzählige Abende mit fettigem Essen und Liebesdramen a la Nicholas Sparks erspart. Aber immer muss das auch gar nicht sein. Was ist denn verkehrt daran sich Schwäche zu erlauben? Es gibt Tage – vor allem in den harten Zeiten – an denen ich einfach nur müde bin. Tage an denen ich keine Kraft mehr habe, um stark zu sein, jemandem in die Arme fallen möchte und einfach alle Verantwortung abgebe. Das sind die Momente, in denen ich besonders dankbar für die Menschen bin, die genau diese Seite von mir kennen und wissen, wann sie ihre Arme ausbreiten müssen, um mich aufzufangen. Auftanken.

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