Du hast die Wahl

Neulich stand ich mit einigen weiteren neugierigen Menschen eingeengt in einem kleinen Raum vor einem ganz besonderen Ofen und durfte einem sehr charmanten Mann in dieser wirklich warmen Kammer dabei zusehen, wie er ein kleines Wunder vollbringt. Zumindest ist es das für mich.

Der Duft in der Rösterei ließ mein Herz höher schlagen und zuvor hatte ich die schwarze Köstlichkeit namens Kaffee schon probieren dürfen. Dieser Workshop war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich habe viel über die Herkunft und den Anbau von Kaffeebohnen gelernt, ein kleines Tasting machen – wobei ich gerade mal eine Note richtig erkannt habe – und habe letztlich den frisch gerösteten Kaffee mit nach Hause nehmen dürfen. Mal abgesehen davon, dass dieser Kaffee einfach köstlich ist, hat mich besonders eines begeistert. Die Jungs, die uns all das gezeigt haben, hatten so viel Energie, so viel Leidenschaft, dass ich in diesem winzig kleinen, warmen und überfüllten Raum den Impuls hatte alles hinzuschmeißen und unter die Kaffeeröster zu gehen.

Viel zu oft beklagen wir uns über unsere Arbeit, den Alltag, denken darüber nach, was wir stattdessen alles tun könnten. Und dann… stehen wir doch morgens auf und ändern nichts. Im Grunde hast du zwei Möglichkeiten: Ändere die Situation oder deine Einstellung dazu. Leichter gesagt als getan, was? Würde ich wirklich meinen Job schmeißen, auf all die Bequemlichkeiten verzichten, die er mit sich bringt, mein Einkommen runter schrauben und ins Abenteuer aufbrechen? Wohl kaum. Manch einen zwingt das Leben dazu, genau das zu wagen. Diesen Zustand kannst du dann als Krise betrachten, dich sorgen und vielleicht sogar daran zerbrechen. Wenn sich Perspektiven und Sicherheiten durch äußere Einflüsse ändern, kann das ganz schön bedrohlich wirken. Ich befürchte die wenigsten erfreuen sich gleich daran, nicht zu wissen, wohin der Weg sie führt.

Wie also kann man aus einer vermeintlichen Krise eine Chance entwickeln? Manchmal scheint irgendwie alles schief zu gehen, das Leben verpasst einem einen Tritt nach dem nächsten, man sieht nur Probleme statt Lösungen und bekommt Angst. Man kann sich an den Ist-Zustand klammern, sich über die Entwicklung beklagen und die Vergangenheit vermissen. Oder aber man beschließt, mutig zu sein.
Zuletzt sprach ich davon, dass es Mut braucht, um lieben zu können. Das gilt auch für die Selbstliebe. Das eigene Leben lieben zu lernen ist eine Herausforderung, der wir uns jeden Tag stellen müssen. Und wie alles ist es mal leichter und mal schwerer. Wenn uns das Leben also einen Tritt verpasst, können wir die Perspektive ändern und es als Schubser sehen.

Es geht nicht immer darum alles hinzuschmeißen und ein völlig neues Abenteuer zu beginnen. Aber auch das kann passieren. Angenommen du verlierst deinen Job. Es wäre natürlich das als Krise zu betrachten. Wer freut sich schon darüber, nicht zu wissen, wer die Rechnungen bezahlt? Dann frage dich, ob du wirklich einen Job verloren hast, den du gern gemacht hast. Bist du jeden morgen hoch motiviert und voller Engagement aufgeschlagen? Oder hast du dich beklagt, warst insgeheim schon lange genervt von all dem und hattest einfach nicht den Mut, selbst etwas zu ändern? Ich bin überzeugt davon, dass es das Leben gut mit uns meint. Wir vergessen bloß die Zeichen richtig zu deuten und wiegen uns lieber in Sicherheit, als Veränderungen bewusst anzustoßen. Wenn du im Grunde zufrieden bist, ändere deine Perspektive und erfreue dich an dem, was du hast und leistest. Und wenn nicht? Ändere den Zustand und sehe Chancen statt Krisen.

In diesem Leben werde ich wohl kein Kaffeeröster mehr und das ist auch vollkommen in Ordnung. Aber ich versuche mir ein wenig von dem abzugucken, was ich in der Rösterei gelernt hab: Begeisterung für das eigene Tun!

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