Du bist großartig!

Wusstest du, dass heute Tag der Großartigkeit ist? Vermutlich nicht. Wenn man online mal nach Aktions- und Welttagen sucht, findet man scheinbar endlose Listen: vom Tag der Ohrenschützer, über den Weltnichtrauchertag, bis hin zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden. Moment. Weltfrieden? Der 08. März ist erst zwei Tage her, aber von Weltfrieden habe ich da nichts gehört. Haben wir bei all der Begeisterung über das Frausein und den Diskussionen über den Fortschritt der Gleichstellung einfach den Weltfrieden vergessen? Unwichtiger ist dieser mit Sicherheit nicht. Weniger greifbar? Möglich.

Wir Frauen haben uns am Freitag für unsere Großartigkeit gefeiert. Über unsere Stärken gesprochen, unsere Vorzüge diskutiert und jeden wissen lassen wie wichtig die Entwicklung unserer Gesellschaft dahingehend ist. Zwei Tage später ist das Thema irgendwie durch – zumindest bei den meisten. Und ich finde es absolut in Ordnung nicht permanent darüber sprechen zu müssen, wie viel Arbeit noch vor uns liegt und wie viele Kämpfe Frauen noch gewinnen müssen. Ich finde es allerdings überhaupt nicht in Ordnung, dass so viele Frauen jetzt schon wieder vergessen haben, wie wertvoll sie als Individuum sind. Das gilt natürlich nicht nur für Frauen! Betrachtet man die Liste der Welttage hat man das Gefühl, dass es für jeden Anlass die passende Plattform gibt. Es wirkt als, würde jeder Mensch auf irgendeine Weise irgendwann im Jahr gewürdigt werden. Und bezogen auf die Menschen und Organisationen, die einen solchen Tag thematisieren oder gar zelebrieren, trifft das auch zu, aber besonders groß ist die Plattform in den meisten Fällen nicht.

Viele der gelisteten Aktionstage sind eher ein guter Werbegag als ein ernstzunehmender Reminder an die Probleme unseres Zusammenlebens. Einige davon sind allerdings wirklich sinnvoll und dennoch spricht kaum jemand darüber. Oder weißt du zum Beispiel, wann der Weltwassertag ist? Dabei geht es um den Einsatz für umfassende Trinkwasserverfügbarkeit. Im Kern geht es also um den Erhalt von Menschenleben. Sprechen wir darüber genauso viel, wie über die Gleichstellung der Frau in Deutschland? Wohl kaum. Ist mir meine Wirkung im Vergleich zu der Wirkung meiner männlichen Kollegen im Berufsleben wichtiger, als die Tatsache, ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben? Ehrlich? Ich rege mich wohl häufiger darüber auf, wie mich meine Mitmenschen sehen, als darüber, dass viele Menschen keinen permanenten Zugriff auf Trinkwasser haben. Wenn ich so darüber nachdenke, ist das ganz schön traurig.

Mal abgesehen von den wirklich dramatischen Zuständen auf der Welt, ist es auch einfach nur traurig, dass man sich überhaupt Gedanken darum macht, wie man wirkt, oder wieso andere besser auf ihre Umwelt wirken als man selbst. Der Tag der Großartigkeit ist zwar kein offizieller Aktionstag und das Datum ist auch etwas kurios gewählt (heute ist Chuck Norris‘ Geburtstag), aber wir können ihn dennoch nutzen, um unabhängig von jeglichen Debatten ausnahmsweise ein Loblied auf uns selbst zu singen. Du kennst niemanden besser, als dich selbst und niemand wird dich jemals besser kennen. Frag dich also: Was macht dich großartig? Worauf bist du stolz? Weiß deine Umwelt, was du an dir magst?

Anstatt also der Welt, deinen Freunden oder deinem Partner gerecht zu werden, mache heute etwas nur für dich. Gebe dir selbst ein Kompliment, erledige etwas, das du schon lange vor dir herschiebst, oder nimm dir einfach mal Zeit für dich. Genieße deine Großartigkeit!

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